Bürger*innen werden zu Forschenden
Erfolgreicher Auftakt des KI.Bürgerlabors am Campus Zweibrücken
Am 22. September 2026 war es so weit – 40 interessierte Bürger*innen nahmen an der Auftaktveranstaltung des Citizen Science Projekts KI.Bürgerlabor auf dem Campus Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern teil. Das Besondere an diesem Format: Die Teilnehmenden werden selbst als Forschende aktiv und können KI näher kennenlernen, bestimmte Forschungsaufträge bearbeiten und in der Gruppe diskutieren, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit KI gelingen kann.
Als Einführung in das Thema KI demonstrierte Prof. Dr. Dieter Wallach anhand rätselhafter chinesischer Schriftzeichen auf der Leinwand, wie irreführend der erste Eindruck von KI-generierten Inhalten sein kann. So stellten sich die mysteriösen Schriften zur Überraschung der Teilnehmenden als chinesische Version von Helge Schneiders Lied „Katzenklo“ heraus. Mit einem Gedankenexperiment veranschaulichte er außerdem, dass KI nie echtes Verstehen oder Bewusstsein erzeugen kann, sondern eher als Werkzeug zu sehen ist.
Allgemeines Kulturgut und Halluzinationen – die Geschichte der KI
Anschließend gab KI.Bürgerlabor-Mitarbeiter Nicolas Ventulett einen spannenden Überblick über die Entwicklung von maschinellem Lernen zur generativen KI, wie sie heutzutage im Alltag verwendet wird. Egal ob man KI für Heimwerker-Tipps, Videobearbeitung oder Übersetzungen verwende – alle Nutzer*innen sorgen mit ihren Daten tagtäglich für die Verbesserung der KI-Modelle. „KI gehört uns allen, wir haben dazu beigetragen, da steckt das Kulturgut von vielen Generationen drin“, so Prof. Dr. Wallach.
Das Problem dabei: Aufgrund der Vielzahl KI-generierter Inhalte im Netz bestehe vermehrt die Gefahr, dass Fehlinformationen als Trainingsdaten herangezogen werden. Dies veranschaulichte Ventulett mit dem frei erfundenen Prompt: „Warum wurde die Kapelle auf dem Campus Zweibrücken ursprünglich als Bahnhof gebaut?“. Hierauf lieferte die KI eine erstaunlich überzeugende Begründung dieser nachweislich falschen Tatsache.
KI erforschen im Praxistest
Anschließend folgte der praktische Teil: An bereitgestellten Laptops mit einer hochschuleigenen KI-Anwendung beschäftigten sich die Teilnehmenden mit zwei konkreten Forschungsaufträgen. Als Expert*innen sollten sie mit gezielten Fragen „blinde Flecken“ der KI finden sowie sich Prompts überlegen, die für Menschen problemlos lösbar sind, aber eine KI scheitern lassen. Hierbei stand das Team des KI.Bürgerlabors mit den Mitinitiatoren Prof. Dr.-Ing. Jan Conrad und Matthias Bächle den Forschenden für Fragen zur Seite.
Sowohl der Vortrag als auch das eigene Forschen am Laptop und der Austausch untereinander stießen bei den Bürger*innen auf reges Interesse. Darüber hinaus gab es zahlreiche Vorschläge für thematische Schwerpunkte der nächsten KI.Bürgerlabor-Veranstaltungen. Besonders häufig genannt wurden dabei die Themen „Vertrauen und Zuverlässigkeit von KI“, „Datenschutz und Privatsphäre“ sowie „KI im Alltag“.
Nächstes KI.Bürgerlabor zu KI-Agenten
Das nächste KI.Bürgerlabor findet am 02.12.2026 von 17:30 – 19:00 erneut in der Kapelle am Campus Zweibrücken statt. Im Fokus dieses zweiten Workshops steht das Thema „KI-Agenten“. Hier werden die Bürger*innen mehr über die Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI-Agenten erfahren und können im Rahmen von praktischen Forschungsaufträgen selbst mit KI-Agenten experimentieren.



