Hocheffiziente technische Systeme (HTS)

Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Gesundheit und Digitalisierung zählen zu den zentralen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Sie stehen zugleich im Fokus der Hightech Agenda Deutschland, die den Anspruch formuliert, technologische Exzellenz mit gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden. Ihre Bewältigung erfordert mehr als Einzelinnovationen: Gefragt sind intelligente, vernetzte und leistungsfähige technische Systeme, die über Disziplingrenzen hinweg entwickelt und konsequent auf Effizienz, Nachhaltigkeit und Robustheit ausgerichtet sind. Genau hier setzt der Forschungsschwerpunkt HTS der Hochschule Kaiserslautern an.

Im HTS bündeln Expert*innen aus Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und Mathematik ihre Kompetenzen, um komplexe Fragestellungen aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam zu adressieren. Unsere Forschung ist dabei bewusst zweigleisig angelegt: Sie ist erkenntnisorientiert, indem sie grundlegende methodische und technologische Fragestellungen untersucht, und anwendungsnah, indem sie konkrete Lösungen für reale Herausforderungen entwickelt und erprobt. Diese Verbindung ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in innovative Technologien und praxisrelevante Anwendungen zu überführen.

Der Forschungsschwerpunkt entwickelt neue Methoden, Modelle und Technologien zur Analyse, Auslegung und Optimierung komplexer technischer Systeme. Die Arbeiten reichen von innovativen Produktkonzepten über erweiterte, digital integrierte Lösungen bis hin zu ganzheitlichen Systemansätzen. Dabei entstehen wissenschaftlich fundierte Ergebnisse mit hoher Anschlussfähigkeit für Industriepartner und gleichzeitig neue Impulse für die erkenntnisorientierte Forschung.

HTS steht damit für eine leistungsstarke, interdisziplinäre Forschungsumgebung, in der exzellente wissenschaftliche Erkenntnisse und konkrete Anwendungen eng verzahnt sind. Gemeinsam gestalten wir die technischen Systeme von morgen — effizienter, nachhaltiger, intelligenter und im Einklang mit den strategischen Zielen der Hightech Agenda Deutschland.

HTS ist gelistet auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz

Ausgewählte News

Neuer Forschungsinfrastruktur FAST LAB KL: Hochdrehzahlmessungen bis 150.000 1/min

Die Arbeitsgruppe Elektrotechnische Systeme der Mechatronik (AG ESM) hat ihre Laborausstattung um die Forschungsinfrastruktur FAST LAB KL erweitert. FAST LAB KL (FAST: Facility for Advanced Speed Testing) besteht aus einem Ultrahochdrehzahl-Prüfstand, Päzisionsmesstechnik für transiente Analysen, Kühlwasserzugang und klimatisierter Umgebung. Der Prüfstand selbst besteht aus Spannfeld, Belastungsmaschine, Hochsetzgetriebe, telemetrischer Drehmomentmesswelle und Kupplungen mit Berst- und Eingriffsschutz.

  • Kontinuierlich einstellbare Prüflingsdrehzahl von 0 bis 150.000 1/min
  • Direkte, hochgenaue Messung von Drehzahl und Drehmoment über den gesamten Arbeitsbereich. Drehmomentmessung auf der Hochdrehzahlseite
  • 60-kW-Belastungsmaschine
  • Schnittstellen für externe Steuerung und Sollwertvorgabe
  • Schutzhaube in Sandwich-Bauweise im Prüflingsbereich, massiver Berst- und Eingriffsschutz, Schwingungsüberwachung nach ISO 10816, Not-Aus-Konzept mit STO und CE-konforme Ausführung
  • Schwingungsarmer Aufbau auf massivem Grauguss-Spannfeld mit Luftfedersystem zur Entkopplung vom Gebäude
  • Klimatisierter Prüfraum mit Kühlwasseranschluss

Weitere Informationen und Kontakt

Erfolgreiche Promotion von Wei Zhang

Wei Zhang, wissenschaftlicher Mitarbeiter der AG Elektrotechnische Systeme der Mechatronik(AG ESM), hat am 25. März 2026 erfolgreich seine Promotion in Kooperation mit dem „Institut für Konstruktion und Fertigung in der Feinwerktechnik“ der Universität Stuttgart abgeschlossen. Die Forschungsarbeiten zur Dissertation mit dem Thema „Design und Auslegung magnetischer Soft-Aktoren“ fanden an der Hochschule Kaiserslautern statt und befassten sich mit drei neuen Soft-Aktoren, die er von Grund auf entwickelt hat. Darunter fallen ein Bio-Aktor zur Zellstimulation für das Tissue Engineering, ein linearer Soft-Aktor zur mechanischen Charakterisierung weicher Werkstoffe und ein magnetischer peristaltischer Aktor zur Fluidförderung, etwa von Blut.

Wir gratulieren Dr.-Ing. Wei Zhang herzlich zur erfolgreichen Promotion und danken ihm für seine engagierte Forschungsarbeit!

Wissenschaftlicher Nachwuchs präsentiert aktuelle Forschung an der Hochschule Kaiserslautern

Am 7. November 2025 fand am Campus Kammgarn in Kaiserslautern das 3. Doktorand*innenkolloquium des Forschungsschwerpunkts „Hocheffiziente technische Systeme“ statt. In insgesamt zwölf Vorträgen präsentierten Promovierende und Studierende aus den Fachbereichen Angewandte Ingenieurwissenschaften sowie Angewandte Pharmazie und Polymerwissenschaften ihre aktuellen Forschungsarbeiten.

Die Themen reichten von leistungselektronischen Schaltungen, magnetischen Soft-Aktoren und der elektrolytischen Schwefelsäureumwandlung über Naturfasern als Baumaterial und den 3D-Druck von Polymeren bis hin zu Ermüdungseigenschaften und Lebensdauerprognosen von Werkstoffen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit universitären Projekten durchaus mithalten kann.

Im Anschluss an die Vorträge und in den Pausen bot sich bei Fragen und Diskussionen Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch und zur Vernetzung – ein wichtiger Impuls für künftige Kooperationen innerhalb des Forschungsschwerpunkts.

Zur Agenda

Erfolgreiche Promotion von Sebastian Bold

Sebastian Bold, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe ESM, hat am 23. Juli 2025 erfolgreich seine Promotion an der Universität des Saarlandes verteidigt. Die Forschungsarbeiten zur Dissertation fanden an der Hochschule Kaiserslautern statt und befassten sich mit der Identifikation robuster Merkmale für die technische Diagnostik von netzgespeisten Asynchronmotoren und den angetriebenen Arbeitsmaschinen. Die Arbeit ist kostenlos abrufbar unter https://dx.doi.org/10.22028/D291-46077.

Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Entwicklung sensorarmer Diagnoseverfahren, die auf der systematischen Verknüpfung von Data-Mining-Methoden mit Expertenwissen basieren. Ziel war es, robuste Merkmale zur Fehlererkennung zu identifizieren – auch unter variierenden Einsatzbedingungen. Die Konzepte wurden experimentell anhand von Fehlerbildern wie Kavitation, Rotorstabbruch und Fehlausrichtung validiert.

Wir gratulieren Dr.-Ing. Sebastian Bold herzlich zur erfolgreichen Promotion und danken ihm für seine engagierte Forschungsarbeit!

Innovationen aus dem Forschungsschwerpunkt HTS auf der Hannover Messe 2025

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts präsentieren zwei Projekte auf der Hannovermesse:

Knowledge Discovery from Experimental Data (KDED) – eine Methode entwickelt von der Arbeitsgruppe Elektrotechnische Systeme der Mechatronik (AG ESM) unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Sven Urschel. KDED revolutioniert die Instandhaltung technischer Anlagen, indem es den Einsatz von Sensoren auf ein Minimum reduziert und so die Wartungskosten deutlich senkt. Wie effektiv das Verfahren ist, demonstriert das Team auf anschauliche Weise mit dem winkenden Skydancer Timmi: Allein durch die Analyse des Stromflusses in der Zuleitung seines Gebläses lässt sich erkennen, ob Timmi umarmt wird oder ob jemand seinen Arm festhält. Die Forschungsgruppe um Prof. Dr.-Ing. Sven Urschel – bestehend aus Sebastian Bold, Marco Garbe und Wei Zhang – zeigt damit eindrucksvoll, welches Potenzial in dieser innovativen Methode steckt.

MagGear Magnetgetriebe – Ein weiteres Projekt aus dem HTS-Forschungsschwerpunkt, vorgestellt von Prof. Dr.-Ing. Michael Magin und Nina Schmitzer. Das neue permanentmagnetische Umlaufgetriebe kombiniert die Vorteile eines Planetengetriebes mit einer elektronisch einstellbaren Übersetzung. Es zeichnet sich durch geringeren Verschleiß und Wartungsaufwand aus und bietet eine hohe Leistungsdichte. Durch den Einsatz von modernen Materialien und 3D-Drucktechnologien bietet das MagGear Getriebe eine wartungsarme und effiziente Alternative zu herkömmlichen mechanischen Getrieben.

Diese beiden Projekte spiegeln die exzellente Arbeit und Innovationskraft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts HTS wider und zeigen, wie Forschung an der Hochschule Kaiserslautern konkrete Lösungen für die Industrie von morgen liefert.

Drei Schwerpunktprofessuren im Forschungsschwerpunkt HTS

Um forschungsstarken Lehrenden mehr Freiraum für die Wissenschaft zu geben, hat die Hochschule Kaiserslautern jetzt acht sogenannte „Schwerpunktprofessuren“ vergeben. Über gut fünf Jahre können sich die Inhaberinnen und Inhaber des neuen Professurformats intensiver ihrer Forschung widmen. In dieser Zeit wird ihre Lehrverpflichtung reduziert und durch Lehrpersonal ausgeglichen.

Drei der acht Schwerpunktprofessuren entfallen auf Professoren des Forschungsschwerpunkt HTS: Prof. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke, Prof. Dr.-Ing Sven Urschel und Prof. Dr.-Ing. Christian Schumann (alle aus Fachbereich Angewandte Ingenieurwissenschaften).

Zur Pressemeldung

Neue Kooperation zwischen WWHK und Evident

Industriekooperationen sind immens wichtig für unsere Forschung am WWHK. Eine enge Zusammenarbeit haben das Fachgebiet Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung und der Messgeräthersteller Evident beschlossen und vertraglich fixiert. Nun können Studierende und Forschende deren hochmoderne Geräte nutzen.

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