
KuLaDig 2.0: Hochschule Kaiserslautern stärkt digitale Sichtbarkeit des kulturellen Erbes
Die Hochschule Kaiserslautern erhält für die Jahre 2026 und 2027 eine Förderung in Höhe von rund 276.000 Euro aus dem Bereich Kommunalentwicklung des Landes Rheinland-Pfalz. Gefördert wird das Projekt „KuLaDig 2.0 – Aufbau einer landeseigenen KuLaDig-Plattform für Rheinland-Pfalz“, das die digitale Präsentation und Zugänglichkeit des kulturellen Erbes im Land nachhaltig stärken soll. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Innenminister Michael Ebling an Prof. Hendrik Speck vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik der Hochschule Kaiserslautern.
Ziel des Projekts KuLaDig 2.0 ist die umfassende Evaluation und Optimierung bestehender Plattformen des kulturellen Erbes in den Bereichen Design, Usability, Marketing und Sichtbarkeit. Durch eine verbesserte technische und inhaltliche Strukturierung sollen die Plattformen deutlich an Nutzerfreundlichkeit und Reichweite gewinnen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf modernen Suchtechnologien, semantischen Netzwerken, interaktiven und medialen Inhalten wie 3D-Anwendungen und virtueller Realität sowie auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz, um unterschiedliche Zielgruppen – von Fachleuten bis zur breiten Öffentlichkeit – besser anzusprechen.
„Mit dem Projekt KuLaDig 2.0 möchten wir den nächsten Schritt gehen, um Rheinland-Pfalz noch besser für alle digital erlebbar zu machen. Auf der landeseigenen Plattform werden die vielen kulturellen Schätze, über die Rheinland-Pfalz verfügt, multimedial dargestellt und den Menschen auf diese Weise sichtbar und zugänglich gemacht. Ich freue mich, dass mithilfe der Förderung die Entwicklung einer landeseigenen Plattform in den kommenden zwei Jahren vorangetrieben werden kann“, sagte Innenminister Michael Ebling.
Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Webentwickler*innen, Produktdesignerinnen und -designern, Kommunikationsgestalter*innen sowie Marketingexpert*innen wird die Hochschule Kaiserslautern in der Projektlaufzeit von Januar 2026 bis Dezember 2027 die bestehende digitale KuLaDig-Plattform des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) grundlegend weiterentwickeln und technisch optimieren. Ziel ist es, eine landeseigene Plattform zu etablieren, die zukünftig auch so gestaltet ist, dass Bürgerinnen und Bürger selbst Inhalte für ihre Kommunen erstellen und pflegen können.
Die geplanten Verbesserungen sollen KuLaDig langfristig als zentrale Ressource für die Erforschung, Sammlung und Präsentation des kulturellen Erbes positionieren. Barrierefreie, öffentlich zugängliche Plattformen fördern eine breitere gesellschaftliche Nutzung, stärken die Diversität und Nachhaltigkeit kultureller Inhalte und tragen dazu bei, die Bedeutung des kulturellen Erbes für zukünftige Generationen zu sichern. Gleichzeitig wird durch das Projekt die Kompetenz der Hochschule Kaiserslautern gestärkt, das Forschungsprofil ausgebaut sowie die Vernetzung zwischen Hochschule, Land und Region intensiviert.
Das Projekt KuLaDig-RLP wird bereits seit 2019 durch das Ministerium des Innern und für Sport gefördert. Das Institut für Kulturwissenschaften der Universität Koblenz erhebt dabei in enger Kooperation mit dem KuLaDig-Kompetenzzentrum bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd sowie den teilnehmenden Kommunen Daten und erstellt Beiträge zum kulturellen Erbe vor Ort. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf multimedialen Inhalten wie Video- und Audioaufnahmen oder 3D-Modellen, deren zentrale Präsentation eines der Kernziele von KuLaDig 2.0 ist.
Im Rahmen der Bescheidübergabe informierte sich Minister Ebling zudem über Abschlussarbeiten von Bachelor- und Masterstudierenden der Hochschule Mainz, die die Zitadelle Mainz mit modernster Lasertechnik vermessen und so einen digitalen Zwilling der historischen Anlage geschaffen haben. Die gewonnenen Daten fließen unter anderem in Sanierungsmaßnahmen, den Denkmal- und Naturschutz sowie in die touristische Präsentation der Zitadelle ein.
Auch im Jahr 2026 unterstützt das Land Rheinland-Pfalz seine Kommunen weiterhin bei der digitalen Erfassung und Präsentation ihres kulturellen Erbes. Eine Bewerbung für das Landesprojekt „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz“ (KuLaDig-RLP) ist noch bis zum 31. Januar 2026 möglich. Die achte Förderrunde steht unter dem thematischen Schwerpunkt „Die große Erzählerin – wenn die Landschaft Geschichte(n) erzählt.“ Bewerben können sich Städte, Orts- und Verbandsgemeinden, Landkreise sowie Orts- und Stadtteile mit historischen Orten und Objekten im Kontext von Kulturlandschaften.